Verein

In Deutschland gibt es zurzeit mehr als 580.000 Vereine. Wir sind einer von denen. Im Vordergrund solcher freiwilligen Vereinigungen steht ein bestimmter Zweck, welcher durch seine Mitglieder ausgeübt wird. Im Falle unseres Vereins verfolgen wir sportliche Ambitionen gepaart mit gesellschaftlichen Annehmlichkeiten. Auf dieser Seite ist es meine Absicht, Euch unseren historisch-biographischen Werdegang grob nachzuzeichnen und zu zeigen wie es dazu kam, dass wir so sind wie wir sind. Das leitende Motto ist also: Zeig mir, in welchem Verein du bist und ich sag dir, wer du bist.
Nun stellt sich also die Frage, was ist so besonders an unserem Verein und seinen Mitgliedern? Denn nachweislich gibt es in unserem Land ungefähr so viele Sportvereine (mehr als 91.000) wie Jena Einwohner hat. Und da müsste doch einer dabei sein, der zumindest eine Volleyballsektion hat, welche unseren sportlichen Ansprüchen genügt und zudem ein charmantes Vereinsleben in Aussicht stellt. Leider nein. D.h. wir haben auch nicht jeden Verein auf Herz und Nieren getestet.
Aus diesem Grund haben wir uns an eine bekannte lebensorientierende Maxime erinnert und tatenfroh erweitert: Man(n) sollte daher in seinem Leben nicht nur einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind bekommen, sondern auch einen Verein gründen.1 Gesagt, getan.
Die folgenden Abschnitte berichten von den jungen Menschen, die diesen Verein gegründet haben; angefangen bei einem ursprünglichen Funken einer Vereinsidee bis hin zur spaßorientierten Ausübung unserer Volleyballkultur.

Vereinsleben

Sport ist nicht Mord. Nein. Ein besseres Motto ist zum Beispiel: Spiel viel! Wir zumindest halten uns daran. Deswegen spielen wir nicht nur Volleyball zu den Trainings- und Ligaspielzeiten, sondern nebenher so viele abwechslungsreiche Sportarten, dass es ermüdend wäre, hier alle aufzuzählen. Aber für folgende Herausforderungen sind wird bestens gerüstet und immer offen: Fußball, Tischtennis, Tennis, Boule, Kiten, Oberlippenbärte-wachsen-lassen, Austrinken, sämtliche Videospiele … gähn … Badminton, Tippspiele, Flunkyball, Croquet, Kupp, Bouldern, … schnarch … usw.

Kurz schütteln, Augen aufreißen – ggf. einen Kaffee holen – und dann weiterlesen.

Geselliges Beisammensein

Weiter oben wurde unsere jährlich eintägige Sympathie gegenüber eigenen – mehr oder weniger ausgeprägten – Oberlippenbärten bereits bekundet. Solch ein haariger Spaß kommt meistens in Kombination mit ulkigen Fotos einher, mit Schaumkronen und -bärten frisch gezapfter Hopfengetränke und netten Freizeitspielen wie Tischkickern, Video- oder Kartenspielen. Die Tradition auch in der Volleyball freien Zeit miteinander rumzuhängen, gibt es schon seit Anbeginn. Nach so manchem Volleyballkurs oder Training fanden sich die Mitspieler in einer Kneipe wieder, wo man plauschte, trank, Fußball schaute oder was auch immer machte. Da Volleyball wohl die sozialste und unter den Geschlechtern gleichermaßen beliebteste Unisexsportart ist, so hatte manche Freund- und Liebschaft genau in diesen Momenten ihren funkenden Ursprung. Man sieht sich in körperbetonten Sportklamotten, klatscht sich nach gewonnen Trainingsspielsätzen schweißnass ab, geht danach noch ein kühles Feierabendbier in ungezwungener Geselligkeit trinken und flaniert am Ende des Tages zufälligerweise denselben Heimweg entlang (auch wenn man in einem ganz anderen Stadtteil wohnt). Ob nun Liebschaften aufflammen, Freundschaften entstehen oder man sich gegenseitig toleriert, unterm Strich ist das Miteinander unter Sportlern im Allgemeinen und unter Volleyballern im Besonderen tendenziell als harmonisch, trinkfest und gesellig einzustufen.

Wenn es manchmal Tage gibt, an denen man nicht selbst an einen Ball haut oder von einem Ball getroffen wird, dann ist die zweitliebste Beschäftigung des Sportlers anderen Sportlern beim Sport treiben zuzusehen. So sind Fußballgroßereignisse, Volleyballländerspiele oder Beachcups wesentlich lehrreicher erlebt, wenn man mit seinen Volleyballfreunden von außen fachsimpeln und dabei erhitzte Diskussionen mit einem kühlen Blonden abkühlen kann.

Gemeinsame Urlaube

Die schönste Zeit im Jahr ist die Urlaubszeit. Im Sommerurlaub lassen wir all die sportlich ereignisreichen Erinnerungen der vergangenen Saison Revue passieren, lösen letzte Bierbälle in Form von 20 hopfigen Freunden ein und machen Improvisationsvorschläge für die kommende Saison. Aber auch wenn wir ohne Hallentraining und Ligaspiele recht gut durch die Woche kommen, eine Woche ohne die Vereinsfreunde ist nur schwer zu ertragen. Deswegen gibt es seit Jahren eine Woche Badeurlaub mit aktuellen, aber auch mit ehemaligen Spielern und Mitgliedern, die gerne zusätzlich ihre Lieblingsperson mitbringen dürfen.

Eine Woche lang wird jeden Tag gebeacht, gebadet, getrunken, gebeacht, gebadet, getrunken und Ihr könnt Euch denken, was wir danach machen. Wer tagsüber nicht genug angegriffen und abgewehrt hat, der bekommt spät abends nochmal die Gelegenheit in der örtlichen Kleinraumdisko beweglich anzugreifen oder doppelsichtig abzuwehren. In Zelten oder Ferienwohnungen untergebracht, gab es bereits Urlaubswochen, wo wir nur zu viert waren (auf Sylt), aber auch welche, wo wir uns zu zwanzigst am Strand auf Rügen getummelt haben. Auch wenn die Anzahl variiert, so erfreut man sich doch jedes Jahr an gewissen personellen und gebräuchlichen Konstanten wie z.B. die obligatorischen Urlaubsabschluss-Po-Fotos. [Ernst gemeinte Warnung an böswillige gegnerische Mannschaften: Wenn uns jemand dumm kommt, dann veröffentlichen wir diese pikanten Bilder als Vereinskalender in lokalen Buchhandlungen oder als unerwartete aufblendende Schock-Pop-up im Netz.]

Beachvolleyball

Nach dem als Urlaubswoche getarnten Beachvolleyballtrainingslager stehen wir normalerweise eine halben Meter höher über dem Netz, schlagen die Bälle x-fach so hart und platziert, und sind doppelt so schnell und reaktionsfähig wie gewöhnlich, wenn, ja wenn dieses isotonische Sportgetränk zwischen den Trainingsspielen nicht wäre. Aber es ist uns als Volleyballverein ein angenehmes Vergnügen und eine selbstverständliche Verpflichtung für unsere Mitglieder Beachvolleyballzeiten zu organisieren. Daher findet man uns nicht nur in den Jenaer Turnhallen, sondern auch auf den bekannten Beachvolleyballanlagen. Manche von uns finden sich als reine oder gemischte Beachteams zusammen und nehmen passabel bis erfolgreich an dem einen oder anderen Turnier teil. Es wurde bereits auf den Zuschauerplätzen hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass man meinte, Brink und Reckermann im VCJ-Trikot gesehen zu haben.